Bilder von der Betriebsversammlung am 24.11.2011

So gut besucht sind Kirchen selten: Der Kuppelsaal im Verwaltungsgebäude von Weltbild war bei beiden Veranstaltungen gesteckt voll. Die 500 Sitzplätze reichten bei weitem nicht, und viele KollegInnen mussten leider stehen. Deshalb wird die nächste Betriebsversammlung in einer geeigneten Halle außerhalb des Betriebsgeländes stattfinden müssen. Der Termin – kurz vor Weihnachten – wird hier in Kürze bekannt gegeben.

Einzug des Betriebsrats mit den Forderungen der Belegschaft. Die Beschäftigten sind trotz der schwierigen Situation selbstbewusst: Das eigentliche Kapital des Unternehmens Weltbild sind die MitarbeiterInnen. Ihre Ideen und ihr Einsatz haben Weltbild zum größten Buchhändler Deutschlands gemacht! Wer soviel geleistet hat, kann auch Forderungen stellen und im Schulterschluss mit der Gewerkschaft ver-di durchsetzen.

Sicher kein ganz einfacher Gang für den Vorsitzenden der Geschäftsführung: Nachdem er Weltbild über 36 Jahre lang aufgebaut hat, muss er der Belegschaft heute den geplanten Verkauf des Unternehmens verkünden. Immerhin haben die Bischöfe ihn selbst mit der Suche nach einem Käufer beauftragt. Das zeigt, das hier noch ein gewisses Vertrauen vorhanden ist. Die Belegschaft verlangt, dass Carel Halff seinen Einfluss nutzt und für ihre Interessen eintritt. Andernfalls werden die Auseinandersetzungen schnell an Härte zunehmen.

Als BR-Vorsitzender Peter Fitz die Forderungen der Belegschaft erläutert, hört auch die Geschäftsführung (vorn rechts im Bild) genau hin. Obwohl die Geschäftsführung verbale Beruhigungspillen verteilt, wissen Belegschaft und Betriebsrat, das die wegweisenden Entscheidungen innerhalb der nächsten Monate fallen werden. Deshalb setzen sie gemeinsam mit ver.di vollen Druck auf die Verhandlungen über den Zukunftstarifvertrag.

Geschäftsführer Carel Halff am Rednerpult. Auf der Versammlung am Morgen lehnte er die Forderung von BR und Gewerkschaft nach einem Zukunftstarifvertrag noch ab. In der Versammlung am Nachmittag beugte er sich dem Druck und versprach die Aufnahme von Gesprächen. Außerdem soll der BR während des gesamten Verkaufsprozesses über den Stand der Verhandlungen informiert werden: „Darauf gebe ich Ihnen mein Wort!“

Nach der Veranstaltung verteilte die Gewerkschaft ver.di Flugblätter mit den Forderungen nach einem Zukunftstarifvertrag. Wichtigste Inhalte: • Arbeitsplatz-Garantie • keine Zerschlagung • Bestand der Tarifbindung • Sicherung des Standorts Augsburg • Erhalt sämtlicher Betriebsvereinbarungen.

Die Belegschaft steht geschlossen hinter den Forderungen nach einem Zukunftstarifvertrag. Sie fordern „Klare Verträge statt weicher Worte“ von den Bischöfen. Wer Jahrzehnte lang mit seiner Arbeitskraft die Kirchenkassen gefüllt hat, lässt sich jetzt nicht einfach entsorgen. Viele sind enttäuscht von der bigotten Haltung der Bischöfe und würden am liebsten sofort streiken. Ob es wirklich zu Arbeitskampfmaßnahmen kommt, hängt von der Reaktion der Bischöfe ab. „Weihnachten steht vor der Tür“, rief Gewerkschaftssekretär Thomas Gürlebeck der Belegschaft zum Abschluss seiner Rede zu. „Und wir auch!“

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