Jetzt fehlt nur noch der Segen der Bischöfe

Pressemitteilung vom 23. März 2012
Aufsichtsrat stimmt Zukunftstarifvertrag bei WELTBILD zu:

Gestern hat der Aufsichtsrat der Verlagsgruppe dem Zukunftstarifvertrag zugestimmt, den die Gewerkschaft ver.di mit Geschäftsführer Carel Halff ausgehandelt hat. Nun steht nur noch die Unterschrift der katholischen Gesellschafter aus, denen das Unternehmen gehört.

Nachdem prominente Bischöfe wie Kardinal Marx immer wieder öffentlich die soziale Verantwortung der Kirche gegenüber den MitarbeiterInnen betont hatten, hält Verhandlungsführer Stefan Kraft von ver.di deren Zustimmung für eine Formsache: „Wir gehen davon aus, dass die Bischöfe im April unterschreiben“, sagte Kraft gegenüber unserer Redaktion.

Auch Betriebsratsvorsitzender Peter Fitz zeigte sich sehr erleichtert: „Seit die Bischöfe im November letzten Jahres den Verkauf der Verlagsgruppe angekündigt hatten, herrschte große Unsicherheit im Unternehmen. Jetzt bekommt die Belegschaft endlich, was sie verdient: Arbeitsplatzgarantie und Sicherheit für ihre Familien.“

Der Zukunftstarifvertrag sichert alle Arbeitsplätze in Augsburg bis Ende 2014. Sämtliche Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen gelten in vollem Umfang weiter. Über einen Wirtschaftsausschuss wird die Mitwirkung des Betriebsrats beim Verkaufsprozess gesichert.

„Wir haben unsere wesentlichen Forderungen durchgesetzt“, erklärte ver.di-Betriebsgruppensprecher Timm Boßmann. „Diesen Erfolg verdanken wir dem Mut und der Entschlossenheit der Belegschaft!“ Die Augsburger Mitarbeiter hatten sich an zahlreichen Aktionen der Gewerkschaft beteiligt, unter anderem an einem großen Demonstrationszug zum Dom im Januar. „Der Zukunftstarifvertrag ist der Beweis, wie wichtig eine starke gewerkschaftliche Organisierung ist. Er zeigt, was Arbeitnehmer auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten erreichen können, wenn sie gemeinsam handeln.“

Weitere Informationen im Weltbild-ver.di-Infoblog.

Ansprechpartner:
Thomas Gürlebeck
Sekretär für den Handel in ver.di Augsburg
Telefon: 0821 / 27 95 470
E-Mail: thomas.guerlebeck@verdi.de

Timm Boßmann
Sprecher der ver.di-Betriebsgruppe bei Weltbild
Telefon: 0173/ 384 380 3
E-Mail: textarbeiter@web.de

Advertisements

Ver.di sieht tragfähigen Kompromiss 
zur Beschäftigungssicherung

Pressemitteilung vom 9. März 2012
Tarifverhandlungen bei WELTBILD kurz vor dem Abschluss.

Die Verhandlungen um den Zukunftstarifvertrag bei WELTBILD stehen unmittelbar vor dem Abschluss. Die Gewerkschaft ver.di setzt wesentliche Forderungen der Beschäftigten durch. Der neue Tarifvertrag soll ab Unterschrift bis zum 31.12.2014 gelten.

• Alle Arbeitsplätze sollen ab jetzt für 32 Monate gesichert werden. Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen im Zusammenhang mit dem Verkauf geben.

• Der Standort Augsburg bleibt bis mindestens Ende 2014 erhalten.

• Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen gelten in vollem Umfang weiter.

• Auszubildende werden übernommen, die Anzahl der Ausbildungsplätze darf nicht reduziert werden.

• Über einen Wirtschaftsausschuss wird die Mitwirkung des Betriebsrats beim Verkaufsprozess gesichert.

Für die Beschäftigungssicherung wurde eine besondere Schutzklausel verhandelt: Diese bedeutet, dass betriebsbedingte Kündigungen nur über eine richterliche Einigungsstelle durchgesetzt werden können. In diesem Zusammenhang gibt es noch eine letzte juristische Frage, welche die WELTBILD-Geschäftsführung mit ihren Anwälten klären möchte.

Von der Gewerkschaft ver.di liegen zu dieser juristischen Frage zwei mögliche Lösungen auf dem Tisch. „Aus unserer Sicht sind die Verhandlungen beendet“, stellte Verhandlungsführer Stefan Kraft klar. „Wir erwarten die Unterschrift der Geschäftsführung im Laufe der nächsten Woche.“ Danach sind die Bischöfe dran, die den Vertrag mit ihren Unterschriften ratifizieren müssen.

Weitere Informationen im Weltbild-ver.di-Infoblog.

Ansprechpartner:
Thomas Gürlebeck
Sekretär für den Handel in ver.di Augsburg
Telefon: 0821 / 27 95 470
E-Mail: thomas.guerlebeck@verdi.de

Timm Boßmann
Sprecher der ver.di-Betriebsgruppe bei Weltbild
Telefon: 0173/ 384 380 3
E-Mail: textarbeiter@web.de

Offener Brief an die Bischofskonferenz

Vom 27. Februar bis zum 1. März 2012 tagt in Regensburg die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK). Die DBK hat im November für viel Wirbel gesorgt, als die Bischöfe den Verkauf der Verlagsgruppe WELTBILD beschlossen haben. Seither kämpfen die Gewerkschaft ver.di und der Betriebsrat im Namen der Belegschaft für einen Zukunftstarifvertrag, der die Rechte der Beschäftigten nach einem Verkauf sichern soll.

Die wichtigsten Forderungen sind:

• Keine betriebsbedingten Entlassungen innerhalb der nächsten 4 Jahre
• Erhalt der Tarifbindung. Der Tarif regelt unter anderem Einkommen, 37,5 Stundenwoche, 30 Tage Urlaub, Weihnachts- und Urlaubsgeld…
• Keine Zerschlagung der Unternehmensgruppe
• Fortbestand aller gültigen Betriebsvereinbarungen, z. B. zur Arbeitszeit, Pausenregelungen, Prämien usw.
• DBH-Beteiligungen (Weltbildplus, Hugendubel etc.) bleiben im Konzern
• Erhalt des Standorts Augsburg

In einem Offenen Brief bringen wir diese Forderungen der Bischofskonferenz in Erinnerung und bitten die Bischöfe als Eigentümer von WELTBILD um Unterstützung unserer Anliegen.

Offener Brief an die Bischofskonferenz

Erste Reaktionen in der Presse auf den Offenen Brief finden Sie im Weltbild-ver.di-Blog.

Im Hugendubel-ver.di-Blog wird über eine parallele Postkarten-Aktion der Hugendubel-Belegschaft berichtet.

SPD Augsburg: Solidarität mit WELTBILD-Belegschaft

Auch Augsburgs PolitikerInnen beobachten, was bei WELTBILD passiert. Ver.di-Betriebsgruppensprecher Timm Boßmann war heute zum Politischen Aschermittwoch der Augsburger SPD eingeladen, um über die Verhandlungen zum Zukunftstarifvertrag zu berichten. Wolfgang Kreissl-Dörfler, Mitglied des Europäischen Parlaments, Ulrike Bahr, Augsburger Parteivorsitzende, und der SPD-Fraktionschef im Rathaus, Stefan Kiefer, hörten genau hin, als Boßmann die Ängste der Beschäftigten schilderte und die Forderungen des Zukunftstarifvertrages vor über 100 ZuhörerInnen erläuterte. Wichtigster Punkt, da waren sich alle einig, ist die Sicherung der Arbeitsplätze von mehr als 2.000 Beschäftigten in Augsburg.

https://zukunftstarifvertrag.files.wordpress.com/2012/02/politischer_aschermittwoch-001.jpg
Neben Timm Boßmann berichteten auch die Betriebsratsvorsitzenden Jürgen Bänsch (manroland) und Willi Sattler (Osram) aus ihren Betrieben. Links im Bild: Gastgeber Michael Knuth, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) in der SPD.

Inhaltliche Annährung beim Thema Beschäftigungssicherung, Zeitraum weiter strittig

Pressemitteilung vom 14. Februar 2012
3. Verhandlungsrunde um den Zukunftstarifvertrag bei WELTBILD

Nach dem unbefriedigenden Termin Ende Januar kam heute etwas Bewegung in die Verhandlungen um den Zukunftstarifvertrag bei WELTBILD. Die Geschäftsführung legte einen schriftlichen Entwurf vor, anhand dessen konstruktiv verhandelt wurde.

Beim Thema Beschäftigungssicherung hat die Geschäftsführung dem Druck der Tarifkommission nachgegeben. Die Beteiligungsrechte des Betriebsrats bei Kündigungen werden gestärkt. „Der neue Vorschlag des Arbeitgebers ist bedenkenswert“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Stefan Kraft gegenüber unserer Zeitung. „Ob das Entgegenkommen ausreichend ist, hängt aber vom Gesamtpaket ab“, betonte Kraft.

Strittig ist weiterhin der Zeitraum, für den die Arbeitsplatz-Sicherung gelten soll. Die Geschäftsführung lehnt die Forderung von ver.di – vier Jahre ab Verkauf – immer noch ab. Thomas Gürlebeck, ver.di-Handelssekretär in Augsburg, fordert: „Hier muss sich WELTBILD noch ordentlich bewegen, sonst kommen wir nicht zusammen.“

Am 9. März findet die vierte Verhandlungsrunde statt. Bis dahin haben beide Parteien Zeit, juristische Details zu klären und rechtlich sichere Formulierungen für die Punkte zu finden, bei denen man sich inhaltlich bereits einig ist. Das sind insbesondere Fragen der tarifrechtlichen Bindung nach dem Verkauf.

Weitere Informationen im Weltbild-ver.di-Infoblog.

Ansprechpartner:
Peter Fitz, Vorsitzender des Betriebsrats
Telefon: 0821 / 7004-4950
E-Mail: peter.fitz@weltbild.com

Timm Boßmann, Sprecher der ver.di-Betriebsgruppe
Telefon: 0173 / 384 380 3
E-Mail: textarbeiter@web.de

Zdarsa will sich für WELTBILD einsetzen: „Ich finde Ihr Anliegen absolut verständlich.“

Pressemitteilung vom 26. Januar 2012
Belegschafts-VertreterInnen sprachen mit Augsburger Bischof

Im Vorfeld hatte es reichlich Unruhe gegeben. Nach zwei vergeblichen Einladungen an den Bischof hatten die WELTBILD-MitarbeiterInnen am Samstag vor dem Augsburger Dom demonstriert. Am Donnerstag schließlich lud Bischof Konrad Zdarsa VertreterInnen der Belegschaft in seine Residenz ein. Fast anderthalb Stunden dauerte das Gespräch, das die 12 Abgesandten als sehr positiv und entspannt beschreiben. So empfand es offenbar auch der Bischof, der bedauerte „erst heute gesprochen zu haben.“ Er habe jetzt ein viel besseres Verständnis der Sorgen und Nöte der MitarbeiterInnen gewonnen.

Betriebsratsvorsitzender Peter Fitz und ver.di-Handelssekretär Thomas Gürlebeck trugen die Argumente der Belegschaft vor. Die MitarbeiterInnen fordern seit Dezember einen Zukunftstarifvertrag, der Arbeitsplätze und -bedingungen bei WELTBILD auch nach dem Verkauf sichern soll. Der Bischof hörte aufmerksam zu und nannte die Forderungen „absolut verständlich“ und „angemessen“. Das sehe nicht nur er so: In der Bischofskonferenz „sind noch mehr, die denken wie ich. Da können Sie sich sicher sein.“

Timm Boßmann machte als Sprecher der ver.di-Betriebsgruppe deutlich, worauf es den Angestellten jetzt ankommt: „Wir haben unsere Bedürfnisse im Zukunftstarifvertrag klar benannt und schriftlich vorgelegt. Bisher kamen von Seiten der Kirche nur weiche Worte. Wir erwarten aber konkrete Schritte.“ Bischof Konrad Zdarsa versicherte den Belegschafts-VertreterInnen, sich für deren Belange stark zu machen. Auf der nächsten Vollversammlung der Bischöfe im Frühjahr werde er die Anliegen der Beschäftigten vortragen und „geltend machen“. Der Generalvikar der Augsburger Diözese, Prälat Karlheinz Knebel, bestärkte das: „Der Bischof weiß, wo er das anbringen muss.“

Die Belegschafts-VertreterInnen übergaben Bischof Konrad Zdarsa mehrere tausend unterschriebene Protest-Postkarten. Von links nach rechts: Raimund Wegemer, Josef Trutt, Hedwig Zogler-Hasanaj, Timm Boßmann, Visnja Bernhard, Thomas Gürlebeck (ver.di), Dolores Sailer, Peter Fitz (BR-Vorsitzender), Michael Haugg, Sabine Rath, Rosemarie Martin, Tina Ederer, Bischof Konrad Zdarsa. (Foto: Pressestelle Bistum Augsburg)

Weniger Verständnis zeigte der Bischof für die Forderung der MitarbeiterInnen nach Sitzen im Aufsichtsrat. Er teilt den Standpunkt, WELTBILD sei ein Tendenzbetrieb, in dem die Mitbestimmungsgesetze nur eingeschränkt gelten. Diese offen vorgetragene Position trübte die gute Gesprächsatmosphäre nicht – wird die Belegschaft aber auch nicht daran hindern durchzusetzen, was ihnen nach deutschem Recht zusteht.

Am Ende versicherte der Bischof, er werde den weiteren Verlauf der Tarifverhandlungen aufmerksam verfolgen und bot eine Fortsetzung der Gespräche an.

Weitere Informationen im Weltbild-ver.di-Infoblog.

Ansprechpartner:
Peter Fitz, Vorsitzender des Betriebsrats
Telefon: 0821 / 7004-4950
E-Mail: peter.fitz@weltbild.com

Timm Boßmann, Sprecher der ver.di-Betriebsgruppe
Telefon: 0173 / 384 380 3
E-Mail: textarbeiter@web.de

Tarifverhandlungen: Wenig Bewegung aber „Knackpunkte“ gemeinsam herausgearbeitet

Pressemitteilung vom 24. Januar 2012
2. Verhandlungsrunde um den Zukunftstarifvertrag bei WELTBILD

Am Samstag hatten mehrere hundert WELTBILD-Mitarbeiter noch vor der Augsburger Bischofsresidenz demonstriert. Nach diesem starken Zeichen in Richtung Kirche und Geschäftsführung trafen sich die Parteien heute zur zweiten Tarifverhandlung. WELTBILD- Geschäftsführung und ver.di-Tarifkommission gingen den Vertragsentwurf der Arbeitnehmer Schritt für Schritt durch und sichteten die Gegenvorschläge der Arbeitgeber.

Vorbehaltlich einer vertraglichen Fixierung, sei „vieles geklärt worden“, teilte ver.di-Verhandlungsführer Stefan Kraft nach der mehrstündigen Sitzung mit: „Allerdings haben wir auch zwei wesentliche Knackpunkte herausgearbeitet, wo unsere Positionen noch weit auseinander liegen.“

Zum einen ist dies die Fassung des Kündigungsschutzes. Die Geschäftsführung will lediglich auf „Kündigungen wegen Verkauf“ verzichten, und das auch nur innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Kündigungen, die der Geschäftsführung aus anderen „betriebsbedingten“ Gründen notwendig erscheinen, sollen ohne Einschränkung ausgesprochen werden können. „Hier wird man ganz klare Regeln finden müssen, um das eine vom anderen zu unterscheiden“, forderte Kraft. „Eine Möglichkeit ist, diese betriebsbedingten Kündigungen von der Zustimmung des Betriebsrates abhängig zu machen“, schlug ver.di Rechtsvertreter Peter Hoffmann vor.

Der zweite Punkt, in dem die Vorstellungen weit auseinander gehen, ist die Dauer der Beschäftigungssicherung. Hier fordert ver.di unverändert 4 Jahre Arbeitsplatzsicherheit ab dem Datum des Verkaufs.

Die Tarifparteien vereinbarten weitere Verhandlungen innerhalb der nächsten 14 Tage.

Bereits diesen Donnerstag sind ver.di-Vertreter und Betriebsratsmitglieder zu Gast beim Augsburger Bischof Zdarsa. „Hier werden wir unsere Vorstellungen erläutern, und den Bischof auffordern, im Sinne der Arbeitnehmer auf die Unterzeichnung des Zukunftstarifvertrages durch die Geschäftsführung zu dringen“, kündigte der Augsburger ver.di-Sekretär Thomas Gürlebeck an.

Weitere Informationen im Weltbild-ver.di-Infoblog.

Ansprechpartner:
Peter Fitz, Vorsitzender des Betriebsrats
Telefon: 0821 / 7004-4950
E-Mail: peter.fitz@weltbild.com

Timm Boßmann, Sprecher der ver.di-Betriebsgruppe
Telefon: 0173 / 384 380 3
E-Mail: textarbeiter@web.de

Mit Fackeln, Engagement und sehr deutlichen Worten

Mit ihrem Umzug zum Dom zeigten rund 300 Weltbild-Mitarbeiter und Gewerkschafter heute, was sie vom Augsburger Bischof erwarten: Er soll sich endlich bei seinen Kollegen für die Unterzeichnung des Zukunftstarifvertages einsetzen!

Das hat es in augsburg noch nie gegeben. Hunderte demonstrieren vor dem Dom und fordern eine klare Stellungsnahme des Bischofs.

Foto: Peter Neidlinger

Es war wohl kein Zufall, dass Bischof Konrad Zdarsa auf die Ankündigung der Demo mit einer Presseerklärung reagierte – zu groß schien der Druck auf ihn geworden zu sein. »Als Bischof von Augsburg sorge ich mich natürlich um das Schicksal der 6400 Mitarbeiter, besonders um die am Standort Augsburg», teilte er mit. Den Termin am 21. Januar, wo ihm am Schluss der Demo die Postkarten der ver.di-Aktion überreicht werden sollten, könne er aber leider nicht wahrnehmen.

Der Bischof zeigte sich nicht

Da halfen heute um 17.40 Uhr vor dem Bischofspalais die Gesänge der Demonstranten nichts: »Leere Reden reichen nicht«, skandierten die Weltbild-MitarbeiterInnen, »Bischof zeig’ uns dein Gesicht«. Zdarsa ließ sich nicht blicken. Allerdings hatte er zwei Tage vor dem Marsch zum Dom Vertreter der Weltbild-Mitarbeiter und des Betriebsrates zu einem Gespräch im Bischofshaus eingeladen, das am Donnerstag, 26. Januar stattfinden soll. Eine reichlich späte Reaktion…

»Wir sind Weltbild, wir sind stark…«

Mit Fackeln und Transparenten, Kindern auf den Schultern und deutlichen Worten auf den Lippen machten die Weltbildler am Samstagnachmittag der Öffentlichkeit klar, dass sie die Bischöfe weiterhin in besonderer Verantwortung für die Zukunft der Mitarbeiter und den Standort des Unternehmens sehen. »Wir sind Weltbild, wir sind stark. Wir wollen den Zukunftstarifvertrag« riefen sie. Ob Bischof Zdarsa die deutliche Botschaft verstanden hat und ernst nimmt, wird das Gespräch in am Donnerstag zeigen.

Weitere Infos und mehr Bilder im Weltbild-ver.di-Blog

Streikrecht

In den Versandhallen, im Lager, aber auch in den Kaffeeküchen und auf den Fluren der Verwaltung wird viel diskutiert: Wie funktioniert das mit dem Streiken? Wer darf streiken? Können mir Nachteile entstehen? Wer erledigt die liegengebliebene Arbeit? Wer kriegt Streikgeld? Und so weiter…

Hier können Sie sich kostenlos eine sehr informative Broschüre von ver.di herunterladen, die alle Fragen einfach und eindeutig beantwortet.

Sollten Sie weiteren Gesprächsbedarf haben, wenden Sie sich einfach an Ihren Betriebsrat oder die ver.di-Vertrauensleute.

Mitarbeiter wollen Bischof zur Rede stellen: 
Demo zum Dom am Samstag, 21. Januar 2012, um 17 Uhr

Pressemitteilung vom 17. Januar 2012
Tarifverhandlungen bei WELTBILD gehen weiter

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet eben zum Berg gehen. Den MitarbeiterInnen von WELTBILD reicht es jetzt. Sie wollen das Schweigen des Augsburger Bischofs Konrad Zdarsa nicht länger hinnehmen und haben für Samstag eine Demonstration zum Augsburger Dom organisiert.

Am Samstag, 21. Januar 2012, um 17:00 Uhr treffen sich WELTBILD-MitarbeiterInnen mit ihren Familien am Rathausplatz und ziehen von dort zum Dom am Hohen Weg. Im Gepäck: mehrere tausend unterschriebene Postkarten, auf denen ein klares Bekenntnis der Bischöfe zum Zukunftstarifvertrag gefordert wird. Die Veranstaltung endet spätestens um 18:30 Uhr.

Das will die Belegschaft erreichen:
• Keine betriebsbedingten Entlassungen innerhalb von 4 Jahren nach dem Verkauf

• Tarifbindung. Der Tarif regelt unter anderem Einkommen, 37,5 Stundenwoche, 30 Tage Urlaub, Weihnachts- und Urlaubsgeld…

• Keine Zerschlagung der Unternehmensgruppe

• Fortbestand aller gültigen Betriebsvereinbarungen, z. B. zur Arbeitszeit, Pausenregelungen, Prämien usw.

• DBH-Beteiligungen (Weltbildplus, Hugendubel etc.) bleiben im Konzern
• Erhalt des Standorts Augsburg

In den letzten Wochen kamen bereits viele KollegInnen zum Betriebsrat oder zu den Gewerkschaftsvertretern und wollten konkret etwas tun, berichtet ver.di-Gewerkschaftssekretär Thomas Gürlebeck:“Am Samstag können jeder und jede zeigen, dass sie bereit sind, sich für eine sichere Zukunft einzusetzen!“

„Mit unserer Demonstration werden wir ein klares Zeichen setzen“, erklärt Betriebsgruppensprecher Timm Boßmann. „Wir lassen nicht zu, dass sich die Bischöfe aus der Verantwortung stehlen.“ Der Augsburger Bischof wurde schriftlich informiert und aufgefordert, sich dem Dialog mit den betroffenen MitarbeiterInnen zu stellen.

Die Tarifkommission erhofft sich von der Demonstration starken Rückenwind für die zweite Runde der Tarifverhandlungen, die am kommenden Dienstag (24. Januar) stattfindet.

Weitere Informationen im Weltbild-ver.di-Infoblog.

Ansprechpartner:
Thomas Gürlebeck
Sekretär für den Handel in ver.di Augsburg
Telefon: 0821 / 27 95 470
E-Mail: thomas.guerlebeck@verdi.de

Timm Boßmann
Sprecher der ver.di-Betriebsgruppe bei Weltbild
Telefon: 0173/ 384 380 3
E-Mail: textarbeiter@web.de